2. Warum verwendet NIVEA Parabene?

Beiersdorf sagt: Parabene sorgen dafür, dass wasserhaltige Kosmetikprodukte nicht sofort nach dem Öffnen verderben. Ohne solche Konservierungsstoffe würden sich Bakterien und Schimmelpilze, die vor allem über den Kontakt mit unserer Haut ins Produkt gelangen, ungebremst vermehren. Parabene verhindern das Verderben von Kosmetikprodukten, indem sie diese Bakterien und Pilze abtöten. Dadurch können wir gewährleisten, dass die Qualität unserer Produkte über einen langen Zeitraum erhalten bleibt.

Wir sagen: Parabene dienen dazu, wasserhaltige Kosmetikprodukte vor dem frühzeitigen Verderb zu schützen. Es gibt aber auch alternative Stoffe und Methoden, um bakterielle Verunreinigung von Körperpflegeprodukten vorzubeugen. NIVEA bietet zahlreiche Produkte ohne Parabene an und wirbt bereits auf vielen Körperpflegemitteln explizit mit dem Verzicht auf Parabene. Das zeigt: Kosmetika ohne Hormone sind machbar!

3. Welche NIVEA-Produkte enthalten Parabene?

Beiersdorf sagt: Parabene werden vorwiegend in flüssigen Gesichtscremes und Körperlotionen verwendet. Wir bieten aber auch Produkte ohne Parabene an. Hier finden Sie eine Liste unserer Produkte, die keine Parabene enthalten.

Wir sagen: Parabene werden vorwiegend in flüssigen Gesichtscremes und Körperlotionen verwendet. Hier haben wir für Sie die belasteten NIVEA Produkte aufgelistet. NIVEA bietet aber auch Produkte ohne Parabene an.

4. Warum stehen Parabene in der Kritik?

Beiersdorf sagt: Parabene werden zum Teil von Verbraucherschützern, Medien und Naturkosmetikherstellern kritisiert. Die Vorwürfe: Parabene würden sich im menschlichen Körper ablagern, das Hormonsystem stören, Krebs verursachen und die Fähigkeit zur Fortpflanzung einschränken. Diese Befürchtungen haben sich jedoch als unbegründet erwiesen. Die Europäische Kommission und ihre wissenschaftlichen Beratungsgremien sowie die unabhängige US-amerikanische Bewertungskommission „Cosmetic Ingredient Review“ (CIR) haben die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Parabenen wiederholt bestätigt. (SCCS 2011: Opinion on Parabens, SCCS 1348/10; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19101832)


Wir sagen: Parabene besitzen eine hormonelle Wirkung. Auf die Haut aufgetragen, gelangen sie in den menschlichen Körper. Vor allem Föten im Mutterleib, Kleinkinder und Pubertierende sind durch hormonell wirksame Chemikalien gefährdet. Denn diese Stoffe können sensible Entwicklungsphasen stören. Eine Studie im Auftrag der Europäischen Kommission bringt Parabene mit folgenden Gesundheitsproblemen in Verbindung: verfrühte Pubertät bei Mädchen, Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane, Brustkrebs, Schilddrüsenkrebs und Störungen der Nervenentwicklung (Kortenkamp, A. et. al 2012: State of the Art Assessment of Endocrine Disruptors. Final Report.)

Das wissenschaftliche Bewertungsgremium SCCS der EU-Kommission hat festgestellt, dass die Sicherheit von zwei auch in Nivea-Produkten verwendeten Parabenen nicht abschließend bewertet werden kann und spricht sich dafür aus, den Grenzwert für diese Stoffe zu verschärfen (SCCS 2013. Opinion on Parabens). In Dänemark sind beide Stoffe bereits in Körperpflegeprodukten für Kinder unter 3 Jahren verboten.

5. Können Parabene Allergien auslösen?

Beiersdorf sagt: Für die meisten Verbraucher sind Parabene gut verträglich. Wie alle Inhaltsstoffe können sie zwar vereinzelt Allergien auslösen, das geschieht allerdings sehr viel seltener als bei anderen Konservierungsstoffen. (JP Thyssen et al. 2010: Temporal trends of perservative allergy in Denmark (1985-2008) Contact Dermatitis, 2010: 62; 102-108).

Wir sagen: Parabene stehen vor allem wegen ihrer hormonellen Wirksamkeit in der Kritik. Vereinzelt können Sie zwar auch Allergien auslösen, für die meisten Verbraucher scheint dies aber nicht der Fall zu sein.

6. Warum bietet NIVEA auch parabenfreie Produkte an, wenn Parabene doch unbedenklich sind?

Beiersdorf sagt: Wir möchten Ihnen die Möglichkeit geben, zwischen parabenhaltigen und parabenfreien Produkten zu wählen. Als informierter Käufer können Sie selbst entscheiden, welches Produkt in welcher Zusammensetzung das Beste für Sie ist.


Wir sagen: Weil Nivea erkannt hat, dass mehr und mehr Verbraucher problematische Stoffe in Körperpflegeprodukten vermeiden wollen. Deshalb wirbt Nivea auf zahlreichen Produkten explizit mit dem Verzicht auf Parabene, ohne jedoch konsequent alle seine Produkte ohne hormonell wirksame Stoffe anzubieten.

7. Welche Alternativen gibt es zu Parabenen?

Beiersdorf sagt: Parabene sind die am besten erforschten Konservierungsmittel. Gleichwertige Alternativen zu Parabenen gibt es nicht. Denn Parabene sind zum einen besonders vielseitig einsetzbar und sehr wirkungsvoll, zum anderen lösen sie kaum Allergien aus. Alternative Konservierungsmittel können entweder nicht in allen Produkttypen verwendet werden oder lösen häufiger Allergien aus als Parabene.


Wir sagen: Zu Konservierungsstoffen mit hormoneller Wirkung gibt es unproblematische Alternativen. Das zeigen Hersteller zertifizierter Naturkosmetik, deren Produkte grundsätzlich ohne Parabene auskommen. Aber auch konventionelle Hersteller wie Nivea selbst bieten zahlreiche Produkte an, die frei von Parabenen sind.

8. Ich habe gelesen, dass Parabene hormonelle Wirkung haben sollen.

Beiersdorf sagt: Viele unterschiedliche Stoffe zeigen eine hormonähnliche, aber unbedenkliche Wirkung. Darunter fallen sowohl Stoffe, welche in Kosmetika verwendet werden als auch Stoffe, welche natürlicherweise in Nahrungsmitteln vorkommen, z.B. Soja, Wein, Nüsse, Kohl.


Wir sagen: Parabene wirken ähnlich wie Östrogene, also weibliche Sexualhormone. Hormonell wirksame Stoffe werden mit zahlreichen Krankheiten in Verbindung gebracht, die in den letzten Jahrzehnten häufiger auftreten, z.B. Krebsarten wie Brust-, Hoden-, oder Prostatakrebs und eine verminderte Spermienqualität. Die Weltgesundheitsorganisation hat hormonelle Chemikalien deshalb kürzlich als „globale Bedrohung“ bezeichnet (WHO/UNEP 2013. State of the Science of Endocrine Disrupting Chemicals - 2012). 

9. Sind Parabene nur in kosmetischen Produkten enthalten?

Beiersdorf sagt: Nein. Parabene sind in verschiedenen industriell hergestellten und natürlichen Produkten enthalten. Sie wurden beispielsweise in Gemüse (Möhren, Gurken, Oliven) oder Obst (Brombeeren) gefunden. Parabene sind sowohl für Nahrungsmittel als auch für Arzneimittel als Konservierungsstoffe von den jeweiligen Behörden als sicher eingestuft und zugelassen.


Wir sagen: Bei Parabenen handelt es sich um synthetisch hergestellte Chemikalien, die vor allem in Kosmetika eingesetzt werden. Teilweise werden sie auch als Konservierungsmittel in Lebensmitteln verwendet.

10. Führt NIVEA Tierversuche durch?

Beiersdorf sagt: Wir sind davon überzeugt, dass Tierversuche mit kosmetischen Produkten für den Nachweis von Sicherheit und Wirksamkeit nicht erforderlich sind. Daher führen wir seit über 20 Jahren keine Tierversuche durch. Zur aktuellen Gesetzeslage: Tierversuche für kosmetische Fertigprodukte sind seit 2004 EU-weit verboten. Auch Tierversuche für Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten sind in der EU seit 2009 – komplett seit März 2013 – verboten. Ein Verbot gibt es auch für die Vermarktung und den Verkauf von kosmetischen Produkten, wenn die Inhaltsstoffe außerhalb der EU im Tierversuch getestet wurden. Selbstverständlich halten wir die gesetzlichen Bestimmungen in vollem Umfang ein und garantieren gleichzeitig die Sicherheit der Produkte für den Verbraucher. Jedoch wurde fast jeder Inhaltsstoff in der Vergangenheit irgendwann einmal in gesetzlich vorgeschriebenen Tierversuchen getestet, daher sind wir so ehrlich, die Bezeichnung „tierversuchsfrei“ nicht für unsere Produkte zu verwenden.


Wir sagen: Tierversuche für die Inhaltsstoffe von Kosmetika sind in der EU mittlerweile verboten. Den Einsatz von hormonell wirksamen Chemikalien in Alltagsprodukten könnte man aber als groß angelegten Menschenversuch bezeichnen. Denn diese Stoffe sind überall in der Umwelt verbreitet und können bei einem Großteil der Bevölkerung im Körper nachgewiesen werden. Wie genau sie im Körper wirken, ist noch nicht eindeutig erforscht. Im Tierversuch haben hormonelle Chemikalien zu ähnlichen Krankheiten geführt, wie sie auch beim Menschen in den letzten Jahrzehnten verstärkt auftreten. Auch bei wildlebenden Tieren wurden Schädigungen durch künstliche Hormonstoffe beobachtet. Aus Vorsorgegründen sollte die Belastung von Mensch und Umwelt mit diesen Stoffen so schnell wie möglich deutlich reduziert werden. Das fordern zum Beispiel die Weltgesundheitsorganisation, das Europäische Parlament und die amerikanische Gesellschaft für Endokrinologie.